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Im Interview: Kuersche, Singer/Songwriter

Kuersche - Die Geschichte einer „One-Man-Band“

So wie auf seinen Konzert-Fotos kennen wahrscheinlich die meisten Andreas Kürschner alias Kuersche: Pudelmütze, 3/4-Hose und mit Gitarre bewaffnet. Ein Outfit, das zu seinem Markenzeichen wurde, das ihm aber vielleicht auch die ganz große Karriere verbaut hat, wie der heute 38-Jährige uns im Interview gestand. Seinen 1. Song schrieb der gebürtige Pattenser („Bei uns im Ort gab es kein Krankenhaus, also bin ich wohl eine Hausgeburt“) als 7-Jähriger für seine Klassenkameradin Isabelle. Mit neun plünderte er den Plattenschrank seiner Geschwister, entdeckte seine Liebe zu den Beatles und englischsprachiger Musik. Erste musikalische Gehversuche unternahm er mit seiner (Schüler-)Band „Storemage“. Nach dem Realschulabschluss spielte er mit dem Gedanken Musik zu studieren. Warum das nicht klappte, wieso er sich überhaupt Kuersche nennt und weshalb er beinahe MTV-Moderator geworden wäre, verrät uns die „One-Man-Band“ im Interview. Ach ja, wir interviewen natürlich nicht jeden. Bei Kuersche war der Aufhänger sein 10-jähriges Bühnenjubiläum.

Interview und Text: Jens Bielke
Fotos und kluge Zwischenfragen: Karsten Wende

Das Interview wurde am 21.07.2005 in der magaScene-Redaktion geführt.




magaScene: Kuersche, wie bist Du zur Musik gekommen?

Kuersche: Der Wunsch, Musiker zu werden, reifte schon während meiner Realschulzeit in Pattensen. In der 8. Klasse spielte ich in einer Band, die sich später „Storemage“ nannte. Wir waren zu dritt und lieferten den klassischen School-Rock ab. Dabei hatten wir lange überlegt, ob das als Trio funktionieren würde, weil diese Besetzung eher ungewöhnlich war. Aber wir dachten uns, was „The Police“ können, können wir auch. Mit 13 hatten wir dann den 1. Live-Gig an unserer Schule, weitere folgten.

magaScene: Hast Du da schon mit dem Gedanken gespielt, eine klassische Musikerausbildung in Angriff zu nehmen?

Kuersche: Ja, schon. Nach der 10. Klasse musste ich irgendwas machen, da hatte ich zunächst vor, mich an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover für den Studiengang Jazz, Rock, Pop zu bewerben. Das habe ich dann - vielleicht aus zu großem Respekt vor dieser Aufgabe - wieder verworfen und erst mal gezwungenermaßen eine Ausbildung bei der Post gemacht. Erst Jahre später habe ich mir dann mal die Aufnahmeprüfung genauer angeschaut und erkannt: Mensch, das ist ja gar nicht so schwer. Daraufhin habe ich mich zur Prüfung angemeldet, bin aber durchgefallen. Im zweiten Anlauf habe ich den Test bestanden. Die Hochschule hat mich trotzdem nicht genommen. Begründet wurde das mit einem mir völlig undurchschaubaren Punktesystem.

magaScene: Hast Du dieser verpassten Chance lange hinterher getrauert?

Kuersche: Eigentlich nicht. 1995 begann ja auch schon die Tour mit „Fury in the Slaughterhouse“. Für ein Studium hätte ich wahrscheinlich eh keine Zeit mehr gehabt.

magaScene: Du bist seit 1995 als Kuersche unterwegs. Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?

Kuersche: Ich wurde sehr schnell in die Schublade Singer/ Songwriter gesteckt. Ich sträube mich immer gegen dieses Schubladen-Denken. Eine Besonderheit ist wohl meine britische Note. Ich denke, ich habe mittlerweile einen eigenen wieder erkennbaren „Kuersche“-Stil.

magaScene: Bist Du denn die ganze Zeit solo unterwegs?

Kuersche: Nein. Seit ca. fünf Jahren spiele ich auch mit Karsten Kniep, dem Commander an den Drums. Er ist der weltbeste Drummer aus Hannover. Seine Percussion-Einlagen dürfen auf keinem Konzert fehlen. Bei den Gigs mit Karsten spiele ich Gitarre und Bass gleichzeitig. Das ist bundesweit einmalig. Ich kenne zumindest niemanden, der das so macht. Die Firma Roland hatte gar nicht daran gedacht, den V-Bass für diese Idee zu nutzen. Roland fand diese Idee so gut, dass wir es für sie auf der Musikmesse in Frankfurt vorgestellt haben. Karsten spielt noch ein Samplepad. Wir haben soviel Equipment wie fünf Leute. Lustig fand ich, was eine süddeutsche Zeitung darüber schrieb: „Insgesamt produzierte die Zwei-Mann-Band einen Sound, der hinsichtlich seiner Fülle manch deutlich stärker besetzter Combo das Fürchten lehren konnte.“
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Weitere Links zum Thema:
www.kuersche.de


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