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Im Interview: Dennis M. Meyer & Werner BussVom Praktikanten zum GOP-Direktor in 5 Jahren
Das kommt davon, wenn man in einer lockeren Frühstücksrunde gegenüber seinem Chef seine beruflichen Ziele formuliert. „Einmal ein eigenes Theater leiten“, antwortete GOP-Azubi Dennis M. Meyer (29) vor drei Jahren auf die Frage von Werner Buss (44) nach seinen Zukunftsplänen. Der GOP-Direktor nahm seinen Schützling beim Wort, gründete ein junges Direktionsteam und ließ den gebürtigen Hannoveraner Schritt für Schritt in die neue Verantwortung hineinwachsen. Am 28.11. war es schließlich soweit. Nach exakt 14 Jahren an der Spitze des einzigartigen Varieté-Theaters in der Georgstraße übergab Werner Buss die Leitung des Hauses an seinen Nachfolger. Jetzt steht also mit Dennis M. Meyer wieder ein junger Kapitän im Rampenlicht, während Werner Buss im Hintergrund die künstlerischen Fäden zieht.
Wie rasant sich die GOP-Gruppe in den letzten Jahren entwickelt hat, welche Highlights das beliebte Haus in seinem 15. Jubiläumsjahr zu bieten hat und über welche Neuerungen sich das Publikum bereits im Januar freuen kann, darüber sprachen wir mit den beiden Varieté-Fans. Interview: Jens Bielke, Karsten Wende Text: Jens Bielke Fotos: Karsten Wende Das Interview wurde am 11.12. 2007 im GOP geführt. magaScene: Dennis, stell Dich unseren Lesern bitte kurz vor. Meyer: Ich bin gebürtiger Hannoveraner, hier zur Schule gegangen und habe auch meinen Zivildienst hier absolviert, beim Behindertenfahrdienst des Arbeiter Samariter Bundes (ASB). Eine Ausbildung zum Journalismus hätte mich nach der Schulzeit auch gereizt, aber auf einen Platz beim NDR in Hamburg hätte ich eineinhalb Jahre warten müssen. Bei der IHK bin ich dann auf den neuen Ausbildungsgang Veranstaltungskaufmann gestoßen. Daraufhin habe ich mich beim GOP beworben. magaScene: Was wusstest Du vor Deiner Ausbildung über das GOP? Meyer: Meine Eltern und Großeltern haben mir vom GOP vorgeschwärmt. Ich selber habe vor meiner Ausbildung nie im Publikum gesessen, d.h. eine echte Affinität zum Thema Varieté hatte ich zunächst nicht. Das kam dann aber sehr schnell, u.a. auch über einen ganz persönlichen Kontakt zu dem Close-Up Zauberer Thomas van Büren Lenger, den ich für den 50. Geburtstag meines Vaters gebucht hatte und der auch schon für das GOP aufgetreten ist. magaScene: Wann ging es dann los? Meyer: Nach dem Bewerbungsgespräch und dem obligatorischen Praktikum begann ich im August 2003 mit der Ausbildung im GOP, die regulär drei Jahre dauert. Im Januar 2006 war ich fertig, ein halbes Jahr früher als geplant. magaScene: Gab es ein besonderes Highlight während Deiner Ausbildung? Meyer: Im März 2005 haben wir auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) zusammen mit Desimo das GOP auf dem Hannover-Stand repräsentiert. Passend zum Thema Fußball-WM 2006 hat dort unsere Künstlerin Ksena mit Bällen jongliert. Anschließend kam eine Dame vom Deutschen Tourismus Büro in New York auf mich zu und wollte Ksena unbedingt für eine Veranstaltung in der Grand Central Station in New York buchen, auf der für die WM im Reiseland Deutschland geworben werden sollte. Ich war zu der Zeit noch Auszubildender und konnte das vor Ort nicht allein entscheiden. Nach unserer Rückkehr haben wir uns mit Werner Buss und Marianne Krohn, der damaligen Geschäftsführerin von Hannover Tourismus, zusammen gesetzt und beschlossen: Das machen wir. Allerdings nicht mit Ksena, sondern mit Andreas Wessels, einem der besten deutschen Jongleure überhaupt. Und ratet mal, welcher GOP-Vertreter den Künstler begleiten durfte. magaScene: Eine einmalige Chance für Dich, oder? Meyer: Ein Traum. Mein Vater bot mir an, dass wir zwei Wochen in den USA Urlaub machen und ich mich an den beiden Tagen des Auftritts in New York um meinen Job kümmern könnte. Vor meinem Abflug hat Werner mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte in Zukunft weiter für das GOP zu arbeiten und auch Direktionsaufgaben wahrzunehmen. magaScene: Und Werner, wie hat Dennis seinen Job gemacht? Buss: Das Ganze hat prima geklappt, war für ihn ein Türöffner, mit dem er sich für höhere Aufgaben qualifiziert hat. Im Sommer 2005 stand die Eröffnung des nach Hannover, Essen und Bad Oeynhausen vierten GOP-Hauses in Münster kurz bevor. Stefan Wulff, unser Inspizient am Haupthaus in Hannover, war dort von Seiten der Unternehmensleitung für den Direktionsposten vorgesehen. Zukunftsweisende, strategische Entscheidungen mussten getroffen werden. magaScene: Auf welcher Basis? Buss: Natürlich unter fachlichen Gesichtspunkten, aber besonders auch unter Berücksichtigung der emotionalen Ebene, denn hinter dem GOP-Konzept steht ein Grundgedanke, ohne den die vier und demnächst bald fünf Häuser nicht zu führen wären: 100% Leidenschaft und Emotion. Für den Job in Münster war und ist Stefan Wulff, der übrigens auch Dennis’ Ausbilder war, die beste Wahl gewesen, aber mir war auch bewusst, dass sein Weggang hier eine Lücke reißen würde, die es zu schließen galt. magaScene: Wie bist Du auf Dennis aufmerksam geworden? Buss: Dennis war von Anfang an mit viel Herz bei der Sache. Neben seiner professionellen Arbeit schätze ich an ihm seine emotionale Intelligenz, seine soziale Kompetenz und seine Offenheit gegenüber seinen Mitmenschen. Alles Qualitäten, die ihn für diesen Posten prädestinieren. magaScene: Ein Nachfolger von „außen“ war nie im Gespräch? Buss: Nein. Es gehört zu meiner Philosophie, bei Entscheidungen zuerst in meiner unmittelbaren Umgebung nach passenden Lösungen zu suchen. Dennis gehörte zu einer Riege von jungen Leute, die ich schon über Jahre aufmerksam beobachtet habe, wo noch gar nicht klar war, wohin die Reise für sie einmal gehen würde. Ich finde es unsäglich, wenn sich die „Alten“ an ihre Posten klammern, statt jungen Kollegen eine Chance zu geben.
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